Was ist WUN HOP KUEN DO ?

Kung Fu

Kung Fu ist ein Oberbegriff für chinesische Kampfkunst. Kung Fu, was übersetzt soviel heißt wie "hart Arbeiten", hat seinen Ursprung vor 1.500 Jahren im Shaolin Kloster. Aus dem Shaolin Kung Fu, dem Ursprung aller Stile, haben sich im Laufe der Jahrhunderte neue Stile entwickelt. Meister, die versucht haben ihre Techniken zu verfeinern oder an die Gegebenheiten der jeweiligen Zeit anzupassen, haben neue Stilrichtungen gegründet. Heute schätzt man etwa 400 verschiedene Stile.

In den KUNG FU - Schulen wird der Stil des Wun Hop Kuen Do unterrichtet. 


 

Kajukenbo

Hawaii 1947, kurz nach Ende des 2. Weltkrieges. Ein Tummelplatz des Verbrechens. Demoralisierte Kriegsveteranen, Matrosen, Heimatlose, ehemalige Kriegsgefangene aller Herren Länder überfluteten die Insel. Amerikaner, Hawaiianer, Chinesen, Filipinos, Japaner, Koreaner und Mexikaner betranken sich, beraubten sich und gelegentlich ermordeten sie sich auch. Gewalt gehörte zum Alltag auf den Straßen Hawaiis. Zu dieser Zeit taten sich fünf Kampfkunstmeister verschiedener Stile zusammen, um ein neues, wirkungsvolleres, ganz auf die Straße orientiertes System zu entwickeln. Ein System, das ein Überleben auf den Straßen Hawaiis sichern sollte. So vereinigten die Meister Adriano Emperado (Kara-ho Kenpo, Eskrima), Joseph Holek (8. Dan Kodokan Judo, Ju Jutsu), Frank Ordenez (Se keino Ju Jutsu), Walter Y.Y. Peter Choo (Tang Soo Do, Weltergewicht-Boxchampion) und Clarance Chang (Nord- und Süd-Sil lum Kung Fu) ihr Wissen in zwei Jahren harter Arbeit. Eine neue, wirkungsvolle und kompromisslose Kampfkunst war geboren - das Kajukenbo.

Der Name dieses Systems setzt sich aus den einzelnen enthaltenen Stilen zusammen:

KA (koreanisches Karate = Tang Soo Do), JU (Judo und Ju Jutsu), KEN (Kenpo), BO (chinesisches Boxen = Kung Fu).

Wun Hop Kuen Do Kung Fu
                                                                                                                             Wun Hop Kuen Do (kantonesisch) - "der Weg der vereinten Faustkampf-Künste" - ist ein moderner Kung Fu Stil. Entwickelt und systematisiert von Sigung (Gründer) Al Dacascos Ende der 60er Jahre. Das WHKD stellt eine Neuerung und Weiterentwicklung des hawaiijanischen Kajukenbo Systems dar, kombiniert mit verschiedenen chinesischen Kung Fu Stilen.

Al Dacascos, 8. Meistergrad Kajukenbo, kombinierte sein Wissen im Kajukenbo mit Techniken einiger von ihm erlernter Kung Fu Stile, wie unter anderem Fu Choy Li Fut, Sil lum Pai und Hung Gar im Fu Hok Stil. So entstand 1968/69 eine weichere, schnellere, explosivere und direktere Variante des relativ statischen und auf Kraft und härte ausgerichteten Kajukenbo - das Wun Hop Kuen Do Kung Fu.

Das WHKD umfasst vier Bereiche der Kampfkunst. Dies sind Selbstverteidigung (Straßenkampf), Wettkampftraining (Semi-, Leicht- und Vollkontakt), traditionelle Techniken (Formen/Kuen), sowie die Persönlichkeitsentwicklung. Dieser letzte Punkt ist nicht unwesentlich, denn nur eine abgerundete Persönlichkeit ist in der Lage alle Situationen und Schwierigkeiten des Lebens erfolgreich und vor allem aggressionsfrei zu meistern. Das Ziel des WHKD ist es nicht Kampfmaschinen zu produzieren, sondern vielmehr selbstbewusste, charakterstarke Persönlichkeiten, die sich, wenn nötig, gegen körperliche Angriffe schützen können. Im Trainingsalltag der Schüler nimmt der Bereich des Straßenkampfes den größten Teil ein, da das WHKD letztlich keine Wettkampfsportart, sondern eine Selbstverteidigungsart ist.

Als Al Dacascos 1975 nach Deutschland kam, um hier zu unterrichten, lehrte er, dass ein wirkungsvolles Verteidigungssystem niemals auf einen Stil beschränkt sein darf. Ein guter Kämpfer muss sich mit allen Bereichen eines Kampfes vertraut machen, mit den Schlagen, Treten, Werfen, Ringen und Hebeln. Er muss alle diese Varianten in jeder Lebenslage anwenden können, egal ob im Stehen, Sitzen, Liegen oder sonst wie. Ebenso ist es unerlässlich sich im Umgang mit den gebräuchlichsten Verteidigungswaffen, wie Stock (entspricht auch Schirm, zusammengerollte Zeitung, ...) oder Messer (Kugelschreiber, Schlüsselbund, ...) auseinander zu setzen. Nur wenn ein Schüler eine Waffe selbst beherrscht und alle Varianten ihrer Handhabung kennt, kann er diese Waffe erfolgreich abwehren, da sie keine "Überraschungen" mehr für ihn bereithält. Des weiteren versetzt ihn dieses Training in die Lage, jeden Alltagsgegenstand (Zeitung, Schirm, Schuh, Stift, Schlüssel, ...) selbst als effektive Waffe einzusetzen. Unterstützend erlernen die Schüler des WHKD Elemente des philippinischen Stockkampfes Eskrima. Gerade auf dem Gebiet "Selbstverteidigung/Straßenkampf" entwickelt sich das Wun Hop Kuen Do ständig weiter. Es nimmt neue effektive Impulse auf und lässt andere, die sich als nicht so wirkungsvoll oder praktikabel erwiesen haben, fallen. Dies unterscheidet einen modernen Stil wie das WHKD von traditionellen Kung Fu Stilen. Alle diese Trainingsinhalte, Trainingsmethoden und nicht zuletzt die Herkunft und Entstehungsgeschichte des Wun Hop Kuen Do Kung Fu machen ihn zu einem effektiven und wirkungsvollen Selbstverteidigungssystem.

Das erlernen traditioneller Formen (Kuen) dient der Bewahrung von Traditionen, sowie der Schulung und Förderung von Geschicklichkeit, Kraft, Ausdauer und Gelenkigkeit. Neben den traditionellen Handformen werden auch traditionelle chinesische Waffen unterrichtet (Langstock, Säbel, Speer, ...), welche ein besonders Maß an Präzision und Geschicklichkeit erfordern, um Verletzungen zu vermeiden.

Das Wettkampftraining, welches hauptsächlich auf Semikontaktkampf ausgerichtet ist, dient vor allem der Schulung des Auges und der Schnelligkeit. Die Teilnahme an Turnieren streßt den Schüler. Er lernt mit Gefühlen wie Angst (Angst vor dem Gegner oder dem Versagen) und Misserfolg umzugehen und sie letztendlich zu beherrschen.

Dieses breit gefächerte und umfassende Programm entwickelt einen WHKD-Schüler letztlich zu einer abgerundeten Persönlichkeit. Hat ein Schüler hier einen gewissen Stand erreicht, d.h. eine gewisse technische Perfektion, sowie einen gewissen gereiften, geistigen Stand und ist er in der Lage das erlernte effektiv und wirkungsvoll anzuwenden und es klar und verständlich zu vermitteln, so hat er nach etwa 10 Jahren harter Arbeit und einer gewissenhaften Prüfung das Recht erworben ein Schwarzgurt im Wun Hop Kuen Do zu sein.

Erlernt wird das WHKD von Menschen aller Altersklassen. In den WHKD Kung Fu Schulen werden sowohl Kinder- als auch Erwachsenen- und z.T. Seniorengruppen angeboten. Die Techniken des WHKD sind schnell, direkt und kraftsparend. Es ist kein spezielles Abhärtungs- oder Kraft(demonstrations)training, wie z.B. Bruchtests erforderlich. Damit ist das WHKD auch für Frauen besonders geeignet.

Die Schüler lernen innerhalb der Kung Fu Schulen in Gruppen gleichen Übungsstandes. Das gemeinsame Vorwärtskommen ist motivierend und lernfördernd, daher gibt es im WHKD ein Prüfungs- und Schärpensystem, welches dem jap. Gurtsystem (weiß-gelb-orange-grün-blau-braun-schwarz) entspricht. Auf diese Weise ist der Schüler in der Lage Wissenslücken aufzudecken und der Lehrer bzw. Prüfer kann herausfinden, welche Lehrinhalte für die Schüler besonders schwer zu erfassen sind.

1978 - Gründung des Deutschen Wun Hop Kuen Do Verbandes e.V.


Info : Friesenweg 5 / 22763 Hamburg oder http://www.whkd.de/

Vorstand des D. W. K. V. e.V. seit 1982

Präsident: Sifu Joern Tiedge / Vice Präsident: Sifu Winfried Joszko

Geschäftsführer: Sifu Michael Timmermann

Kassenwart und Dacascos Show Team Leiter: Sifu Christian Wulf

Leiter WHKD Kampf Team: Sifu Dasos Efstathiadis